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Theresa Zander

Systemrelevant und nu?

Ein Interview mit Theresa Zander

Als wir vor einigen Monaten mit unserer Idee zur Kampagne „Systemrelevanz – und nu?“ auf Theresa Zander zugingen, war sie von Beginn an begeistert von der Idee. Entstanden ist nach vielen Stunden kreativer Arbeit und einigen Gesprächen das kritische Motiv von ihr. Es ist das zweite von insgesamt vier Bildern, die in den nächsten Wochen und Monaten durch verschiedene Künstlerinnen und Künstler entstehen werden.

Auf dieser Webseite und auf unserem Social Media Kanal Instagram erfahrt ihr im Interview mit Theresa, wie sie zu ihrem Motiv gekommen ist, was es aussagen soll und was sie zum Thema "Systemrelevant" denkt.

Mehr von Theresa ihren Arbeiten und Werken findet ihr auf ihrer Website www.theresazander.de.

Portraitfoto Theresa Zander

Foto: Johannes Pursche

Auf die Details kommt es an

Das Thema „Systemrelevanz“ in einem Kunstwerk zu verewigen, ist sicher keine einfache Aufgabe. Doch wir finden, mit ihrem Motiv hat Theresa Zander hierbei einen super Job gemacht. Was sagt ihr dazu?

 

Interview

Theresa Zander

Hej Theresa, bitte stell dich kurz allen vor.
TZ: Ich bin Theresa (28) und freischaffende Illustratorin und Designerin seit 2015.

Welche künstlerische Stilrichtung verfolgst du?
TZ: Nach einer langen Reise durch verschiedenste Stilrichtungen und Zeichenarten, bin ich nun beim „Lettering“ und der digitalen Illustration angekommen. In meinen Bildern findet man starke Einflüsse vom Comicstil. Durch den Bruch der Konturen mit einer flächigen Coloration habe ich mir einen besonders vielseitigen Zeichenstil angeeignet. Außerdem habe ich mich neu in die Typographie verliebt! Das künstlerische Darstellen von Buchstaben in Form von „Letterings“ ermöglicht es mir illustrative Verspieltheit und klare Botschaften in Einklang zu bringen.

Wie bist du zur Kunst gekommen?
TZ: Als Kind war ich, wie viele andere Künstler, immer gerne kreativ unterwegs. Vor allem Buntstifte haben es mir angetan. Mit 11 Jahren habe ich mich dann mehr und mehr für Animationsserien und illustrierte Geschichten interessiert. Als Fan versuchte ich meine Lieblingscharaktere nachzuzeichnen und sie in meine eigenen Comics einzubauen. Somit war der Grundstein für mein Interesse an der Kunst und Illustration gesetzt. In meiner ersten Ausbildung zur Mediengestalterin habe ich alle wichtigen Grundlagen zum Gestalten und visueller Kommunikation erhalten und konnte darauf in meinem Studium aufbauen. Ich hatte mich im zweiten Studiensemester nebenbei selbstständig gemeldet, da ich immer mehr Anfragen erhielt und Interesse an meinen Arbeiten bekundet wurde. Das gab mir die Möglichkeit mein Hobby zum Beruf zu machen.


Was möchtest du mit deinen Kunstwerken aussagen und bewirken?
TZ: Das Spannende an der auftragsbasierten Illustration ist der Spagat zwischen zeichnerischen Anspruch und dem eigentlichen Nutzen. So versuche ich bei meinen Aufträgen eine gewisse Emotionalität mit hineinzubringen, ohne die eigentliche Message zu vernachlässigen. Bei meinen eigenen Projekten liegt mein Fokus auf Natur. In meinem Buch @mein_kleines_haustier vermittle ich Kindern, wie sie respektvoll und artgerecht mit ihren Haustieren umgehen sollten, verpackt in einer kleinen Geschichte. Es ist mir ein persönliches Anliegen, schon bei den Kleinen ein Bewusstsein für Leben zu schaffen und eine Verantwortlichkeit gegenüber den Lebewesen, die uns umgeben und unserer Umwelt.

Hattest du früher schon einmal Berührungspunkte zum Thema Pflege und den Pflegeberufen?
TZ: Da @Jobmedica einer meiner Stammkunden ist, beschäftige ich mich oft mit dem Thema Pflege und Pädagogik. Außerdem sind einige meiner Bekannten und Freunde in der Pflege oder in sozialen Berufen tätig und berichten oft von ihrem Arbeitsalltag.

„Systemrelevant“ - Was bedeutet dieses Wort für dich?
TZ: Für mich ist Systemrelevanz ein Argument zur Ressourcenverteilung in einer Krisenlage. Diese Bedeutung hat nichts mit einer realen Einordnung, bezogen auf individuelle Bedarfsgruppen zu tun. Die Definition des Wortes an sich definiert nur in welchem Kontext welche Berufs- und Gesellschaftsgruppen als systemrelevant eingestuft werden können, doch nicht wie man diese Gruppen fördert oder einsetzt. Das „System“, in dem wir uns bewegen hat erkannt, dass soziale und pflegende Berufe wichtig sind, um es aufrecht zu erhalten. Doch was wird getan, um diese Menschen zu unterstützen, zu entlasten und ihre Motivation aufrechtzuerhalten?


Was möchtest du mit deinem Kunstwerk für die Kampagne aussagen bzw. welches Ziel verfolgst du damit?
TZ: Meine Arbeit für diese Kampagne beschreibt die Last, die auf den Schultern der Pflegekräfte weilt. Sie erinnert an den symbolischen Moment, als wir alle klatschend am Fenster standen, um die zu honorieren, die für uns an der Virenfront kämpfen. Die Anerkennung ist gut und motivierend, doch klatschen allein ist kein Ausgleich für Schlafmangel, fehlende Freizeit und Familienzeit und trägt auch nicht zur mentalen Gesundheit bei. Wir müssen einen Weg finden unsere Helden in allen Ebenen zu entlasten, damit wir ihnen zeigen können, wie wichtig ihre Arbeit ist.

Was wünschst du dir in Zukunft für die Pflegeberufe?
TZ: Mehr Anerkennung und Fokus auf die persönlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter. Ich wünsche mir, dass der Beruf als Pfleger nicht zunehmend von wirtschaftlichen Aspekten geprägt wird, sondern dass die Herzlichkeit und Hingabe, die diese Menschen ihren Patienten gegenüber bringen, wieder in das Berufsbild integriert und honoriert werden.

 

Motiv 2B - Theresa Zander

Wir sagen Danke

1000 Dank für die Wahnsinns Unterstützung

Mehr von Theresas tollen Arbeiten findet ihr hier: www.theresazander.de

Ihr wollt mehr von Theresa sehen?

Dann klickt euch gern hier durch:

Mail

info@theresazander.de

Übrigens

Unser Kampagnenbild von Theresa kannst du kaufen

Ende Oktober wird das Original-Bild in einer stillen Auktion versteigert. Ein Drittel der Erlöse landen dabei beim Künstler selbst, ein Drittel wird der HOPE Kapstadt Stiftung zugeführt. Das letzte Drittel wird für die Blaulichtparty verwendet. Die Party für alle Arbeitskräfte im Blaulichtsektor, speziell für Pflegekräfte, für die Polizei und Feuerwehr, ist aktuell für den 12. November geplant und das Geld soll genutzt werden, um die Eintrittspreise zu senken. Vorausgesetzt natürlich, die Corona-Situation lässt die Durchführung der Feier zu. Andernfalls wird der Betrag für die Blaulichtparty 2022 verwendet.